Eine Frage der…Stadtmeisterschaft!

Samstag, der 18. Oktober 2010: Bei klirrender Kälte saß eine Rot-Weiße Rumpftruppe, von Verletzungen und Ausfällen gebeutelt, zur Vorbereitung auf das Hinrundenderby bei den Rivalen vom Münchner Sportclub im Besprechungsraum und diskutierte Möglichkeiten, das eminent wichtige Spiel entgegen aller Erwartungen für sich zu entscheiden. Mit nur sechs gesammelten Punkten stand das Team mit dem Rücken zur Wand und ausgerechnet jetzt ging es zum bis dato ungeschlagenen MSC, der lediglich gegen Blau-Weiß Berlin einen Punkt abtreten hatte müssen. Doch in einer denkwürdigen Schlacht konnte die Mannschaft einen 3:2 Erfolg einfahren – im Rückblick betrachtet wohl der Wendepunkt einer Saison, in der Rot-Weiß nach einer starken Rückrunde mit 25 Punkten auf Platz 5 der Tabelle steht. Bitter hingegen war die Niederlage für den Sportclub, der mit nach dem verlorenen Derby 4 Punkten Rückstand auf Blau-Weiß Berlin trotz einer ebenfalls überzeugenden Rückserie nie mehr wirklich Druck auf die Hauptstädter aufbauen konnte.

Am Samstag, den 05. Juni 2010, sind die Vorzeichen weniger dramatisch: Der Kader zeigt sich quantitativ wie qualitativ stark verbessert und ein lange nicht gesehener Team-Spirit lässt die Mannschaft stabil wie selten auftreten. Mit Blick auf die Tabelle ist nur noch der Sprung auf Platz vier möglich, die Spieler aus dem Münchner Norden können den zweiten Tabellenplatz ergebnisunabhängig nicht mehr verlassen. Was ist also von diesem zweiten, „bedeutungslosen“ Kräftemessen zu erwarten? „Es ist ein Derby.“, kommentiert Lorenz Neff die Frage mit etwas verwundertem Blick. Ähnlich wie die Nummer 1 der Rot-Weißen sieht auch Kapitän Paul Rabe die Situation: „Ich glaube nicht, dass wir uns gegenseitig auch nur einen Meter Platz mehr überlassen werden, als beim Hinspiel“. Obwohl das Verhältnis zwischen den beiden Teams – von partiellen Antipathien abgesehen – im Vergleich zu früheren Generationen durchaus von Fairness und Respekt geprägt ist, herrscht weiterhin eine motivationsfördernde Rivalität: „Natürlich geht es um viel! Für jeden Spieler hier ist die Stadtmeisterschaft der wichtigste inoffizielle Titel nach dem Gewinn des Wiesn-Fünfkampfes.“, sieht auch Stürmer Max Kern keinen Grund für ein Freundschaftsspiel. So dürfen sich die Zuschauer wohl allen Umständen zum Trotz auch am kommenden Wochenende auf eine emotionale und rasante Partie freuen. Zum Anstoß um 15 Uhr am Grasweg erhoffen sich bei diesmal voraussichtlich sommerlichen Temperaturen sowohl Gastgeber als auch Gäste ähnlich viele begeisterte Fans wie in den vergangen Duellen der beiden Münchner Clubs.