Schon mal gesehen? Lange her.

„Eigentlich könnten wir uns die Partien sparen. Seit ich Bundesliga spiele, haben wir noch nie was in Dürkheim geholt – und die nie was bei uns. Wir sollten einfach einmal denen und einmal uns 3 Punkte geben, damit wäre jeder glücklich!“. Sollte der DHB, was zugegebenermaßen unwahrscheinlich sein dürfte, dem Vorschlag von Rot-Weiß Stürmer Max Kern nachgeben, müssten die Zuschauer am Grasweg allerdings in Zukunft möglicherweise auf Partien wie die am vergangenen Sonntag verzichten.

So dominant, spiel-und charakterstark hat man die Mannschaft wohl schon länger nicht mehr zu sehen bekommen. Schon nach fünf Spielminuten gingen die Rot-Weißen durch Jasper van Gerven in Führung und gewannen auch im Folgenden gefühlte 95% aller Zweikämpfe, was folgerichtig im 2:0 von Maximilian Lorenz mündete. Auch der Dürkheimer Anschlusstreffer durch einen 7-Meter änderte nichts an der Überlegenheit der Münchner – Jasper van Gerven stellte den alten Abstand noch vor der Halbzeit wieder her. Glück benötigte das Team nur einmal, als Dürkheim den zweiten 7-Meter kurz vor der Halbzeit an den Querbalken setzte: „Natürlich kann es unangenehmer werden, wenn Dürkheim vor der Pause nochmal ein bisschen rankommt, aber auch dann hätte ich heute keinen Zweifel an unserem Sieg gehabt.“, zeigte sich Matchwinner van Gerven selbstbewusst. Aus gutem Grund: In der zweiten Halbzeit erhöhte der Berliner Neuzugang per Strafecke auf 4:1.

Aus vier weiteren Ecken und zahlreichen weiteren Chancen hätte sogar ein deutlich höherer Vorsprung herauspringen können, so dass die einzige Sorge von Trainer Markus Felheim im zu offensiven Auftreten des Teams begründet lag. „Absichern!!!“, war wohl seine meistgenutzte Anweisung an diesem Tag. Es passte ins Bild, dass auch der erneute Dürkheimer Anschlusstreffer keine wirkliche Gefahr mehr brachte. „Wir haben jetzt 10 Punkte aus den letzten vier Spielen geholt und stehen in der Rückrundentabelle hinter Blau-Weiß und unseren Freunden vom Sportclub auf Platz drei – ich glaube, darauf können wir stolz sein und beim Mannschaftsabend in der spielfreien Zeit auch das ein oder andere Mal anstoßen“, kommentierte Kapitän Paul Rabe, der in dieser Woche auch seine Examens-Prüfungen erfolgreich hinter sich gebracht hatte, das Geschehene glücklich.