Kampf und Punkte

Als Spieler, Fans und Freunde am Sonntagnachmittag der Sonne über dem wolkenlos blauen münchner Himmel mit kühlem Bier trotzten, war die allgemeine Erleichterung und Zufriedenheit fast greifbar. Nachdem am Samstag die Stuttgarter Kickers mit 3:2 geschlagen werde konnten und auch am Sonntag gegen den HC Ludwigsburg nach erfolgreichem Penalty Shootout immerhin zwei Punkte zu Buch standen, kann der Rückrundenauftakt nun durchaus als gelungen bezeichnet werden. In einem spierlisch und kämpferisch überzeugenden Auftritt gegen Stuttgart stach vor allem Jasper van Gerven hervor, der trotz Hexenschuss zwei Treffer erzielte: „Vor und nach dem Spiel war er geschmeidig wie Jopi Heesters an seinem 105. Geburtstag und als er zum 3:1 in den Ball rutscht hatte ich kurzzeitig Angst, dass Jasper jetzt nicht mehr aufsteht“, scherzte Torwart Lorenz Neff nach dem Spiel. Dass der Berliner Neuzugang wie viele andere angeschlagene Spieler auch am Sonntag wieder auf dem Platz stehen konnte, war neben starkem Willen auch der hervorragenden medizinischen Betreuung durch Phyiso Jörg Grossmann zu verdanken.
Dass alle Leistungsträger im Sonntagsspiel gegen den HC Ludwigsburg bitter benötigt wurden, war Trainer Markus Felheim schon vor der Partie klar, als er auf ein „verdammt schweres und unangenehmes Spiel“ einstimmte. Und wie erwartet verlangten die Schwaben dem Team, das mit Jost Böhmert und dem am Samstag noch verhinderten Bastian Gangnus auf zwei erfahrene Abwehrspieler zurückgreifen konnte, alles ab. Nach großem Kampf und einem offenen Schlagabtausch, bei dem Rot-Weiß zwei Ludwigsburger Führungen durch Treffer von Rückkehrer Christian Wagner ausgleichen konnte, musste das Penalty-Shootout über den wichtigen Extra-Punkt entscheiden. Keeper Lorenz Neff konnte alle drei Versuche der Gäste entschärfen, so dass verwandelter Penalty durch Rainer Kraile schließlich ausreichte, um die 5-Punkte-Ausbeute perfekt zu machen. „Lor war dieses Wochenende sowohl im Spiel, als auch im Penalty-Schießen überragend. Aber man muss die gesamte Mannschaft loben – dass wir jetzt auch in wichtigen Spielen unser Potential zumindest teilweise abrufen konnten, macht Mut für die restlichen Spiele“, zeigte sich Kapitän Paul Rabe glücklich und zuversichtlich. Einen weiteren Erfolgsfaktor sah die Mannschaft in Form von Mittelfeldmann Quirin Malcherzyk auch in der großen Unterstützung durch die Zuschauer am Grasweg, die – begünstigt auch durch den zeitgleich stattfindenden Rot-Weiß-Cup- für eine außergewöhnliche Stimmung sorgten: „Mit soviel Unterstützung im Rücken fällt es enorm leicht, am Ende noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren. Daher danke im Namen der Mannschaft an die zahlreichen Fans.“
Nach einem spielfreien Wochenende stehen am 8. und 9. Mai zwei weitere Heimspiele gegen Frankfurt 80 und den Dürkheimer HC an. Nach dem Willen der Mannschaft soll es also nicht das letzte Bier gewesen sein, dass man nach einem erfolgreichen Heimwochenende im Club-Biergarten genießt.