Zum letzten Tanz …
… bitten die 1. Herren des HLC Rot-Weiß München am kommenden Sonntag beim zweiten und vorläufig letzten Münchner Hallenhockeyderby in der 1. Bundesliga. Nachdem die Mannschaft ihre Spiele gegen den Nürnberg HTC und Rüsselsheim am vergangenen Wochenende nicht gewinnen konnte, steht der Abstieg fest.
Die Entäuschung stand den Spielern der 1. Herren ins Gesicht geschrieben. Soeben hatte man das wohl entscheidende Spiel um den Klassenerhalt gegen den NHTC knapp mit 8:9 verloren und sich damit de facto die Chance auf den Ligaverbleib genommen. Tränen, Wutausbrüche und Schimpftiraden suchte man jedoch vergeblich – zu sehr hatte sich das Kommende im Saisonverlauf bereits angedeutet. „Das Spiel heute hat einmal mehr gezeigt, dass uns in dieser Konstellation einfach die Konstanz und die Breite im Kader fehlt. Wir konnten leider in kaum einem Spiel gleichzeitig und über 60 Minuten torgefährlich agieren und defensiv konzentriert stehen. Das hat uns im Endeffekt die Spiele gekostet“, analysierte ein frustrierter Paul Rabe. Im Sonntagsspiel gegen den RRK aus Rüsselsheim zeigten die Rot-Weißen dann noch einmal eine couragierte Leistung, doch schwanden dem Team, das ohne Stammtorwart Lorenz Neff (studienbedingt) und wie bereits am Vortag ohne Routinier Renaldo Scola (Grippe) antreten musste, in der zweiten Halbzeit sichtlich Kräfte und Konzentration, so dass eine letztlich klare 2:9-Niederlage zu Buche stand. „Problematisch war rückblickend betrachtet sicherlich der Ausfall vieler Leistungsträger wie Joost Böhmert, Bastian Gangnus, Victor Grauman oder Nicolai Dombrowski bereits im Vorfeld, das verspätete Eingreifen von Michi Körper, der nach der B-WM Qualifikation erst zwei Woche nach Saisonbeginn und ohne Training einsteigen konnte, sowie die diversen Verletzungen während der Spielzeit. Einen solchen Aderlass hätten wahrscheinlich auch andere Teams nicht so einfach weggesteckt“, blickte auch Coach Markus Felheim nüchtern auf die Ursachen des Abstiegs.
Nichtsdestotrotz will sich das Team im zweiten Hallenderby am nächsten Sonntag gegen den Münchner SC, der sich durch 4 Punkte am vergangenen Wochenende sicherlich nicht unverdient den Klassenerhalt sicherte, noch einmal mit einer ansprechenden Leistung aus der Liga verabschieden. Torhüter Lorenz Neff jedenfalls gibt sich optimistisch: „Wir dürfen jetzt auch nicht alles nur negativ sehen. Einige Spieler wie Felix Becker oder Quirin Malcherzyk haben – auch durch die vielen Spielzeiten – einen Riesensprung nach vorne gemacht. Ich glaube, wir können auch zuversichtlich auf die nächste Hallenspielzeit in der 2. Liga blicken, die auch keine Freizeitliga sein wird. Aber erstmal zählt für uns noch das Derby. Ich will auf keinen Fall zweimal in einer Saison gegen den Sportclub verlieren – Abstieg hin oder her.“ Die Mannschaft hofft auf eine tolle Kulisse – beim letzten Tanz auf dem Erstligaparkett für hoffentlich nur ein Jahr.