Rivalis, rivalis, rivali, rivalem, rivale.

Das Wort „Rivalität“ leitet sich vom lateinischen „rivalis“ (=Nebenbuhler) ab und bezog sich ursprünglich auf die Nutzung eines gemeinsamen Wasserlaufs durch geographische Nachbarn. Und natürlich kam es bei so etwas Lebensnotwendigen wie Wasser bei den alten Römern das ein oder andere Mal zu handfesten Rangeleien um die Vorrangstellung. Den Begriff „Rivalität“ verbindet man heute oft im Kontext des Sports. Auch hier gibt es die größte Rivalität oft zwischen solchen Vereinen und Mannschaften, die einen engen lokalen Bezug zueinander aufweisen. Arsenal gegen Tottenham, Flensburg gegen Kiel, Dortmund gegen Schalke. Obwohl durchaus auch das David-gegen-Goliath-Topos seinen Reiz bei sportlichen Duellen hat, so scheint doch die Rivalität zwischen zwei Vereinen noch zusätzlich verstärkt, wenn die Duelle auf Augenhöhe stattfinden. Wen interessiert schon Schalke 04 gegen FC 96 Recklinghausen?

So ähnlich ist das alles auch beim traditionsreichen Münchner Hockey-Derby zwischen den zwei Bundesligisten Rot-Weiß aus dem Münchner Süden und dem MSC aus dem Norden, das am kommenden Freitag um 19.30 Uhr in der Allacher Sporthalle eine Neuauflage erlebt. In kleinerem Rahmen als beim Fußball, aber mit dergleichen Rivalität, Faszination und Emotionalität. „Die Vorfreude, das Kribbeln bei uns Spielern, aber ich denke auch im Umfeld, ist schon wieder da, auch wenn das letzte Derby noch gar nicht so lange her ist“, sagt Rot-Weiß-Torwart Lorenz Neff mit funkelnden Augen und erinnert sich nur zu gut an das Feldhockeyspiel vor sechs Wochen, als er mit seinen Glanzparaden den Sieg festgehalten hatte. War das 3:2 seiner Rot-Weißen in der Feldsaison gegen den Aufstiegsaspiranten MSC eher eine Überraschung, so sind die Vorzeichen unter dem Hallendach anders. Auch das zweite Merkmal für besondere Brisanz scheint daher erfüllt: In der Hallenbundesliga begegnen sich die Teams auf Augenhöhe. In den letzten beiden Jahren gewannen beide Mannschaften jeweils ein Derby, es waren stets enge Spiele. Es wird auch diesmal für Spannung gesorgt sein. „In den Südgruppe der Bundesliga geht es immer recht knapp zu“, sagt Rot-Weiß-Trainer Markus Felheim: „Ich gehe davon aus, dass auch und gerade beim Derby Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden werden.“ Zusätzliche Sprengstoff erhält das Duell, weil es zwar nicht um lebensnotwendiges Wasser geht, aber zumindest um die Bundesligaexistenz. Nach vier Spieltagen stehen beide Mannschaften mit je nur einem Punkt am Tabellenende. Ein Dreier am Freitag ist für beide Mannschaften eigentlich Pflicht.

Dass das mit großer Spannung und Vorfreude erwartete Duell im Münchner Hockey auch einen entsprechenden Rahmen bekommen wird, verspricht die Rot-Weiß-Eventorganisatorin Sabine Wimmer an: „Wir hoffen auf viele Zuschauer. Das ist das Wichtigste. Und natürlich haben wir uns für das Spektakel auch ein paar Besonderheiten überlegt.“ Es ist ja schließlich nicht irgendein Spiel, dieses Duell der ewigen Rivalen.